Archiv für den Monat: August 2013

Die OpenRuhr:RIS VM: Offenes Ratsinformationssystem für zu Hause

Die bei OpenRuhr:RIS verwendete Software ist zwar OpenSource-Software, wirkt auf dem ersten Blick aber etwas unübersichtlich, was sicherlich die Mithilfe an dem Projekt schwieriger macht. Dies dürfte unter anderem auch an den verwendeten Komponenten liegen, Flask, MongoDB und ElasticSearch gehören nicht unbedingt zu dem, womit man täglich arbeitet.

Doch so schwer ist es nun auch nicht, wie es auf dem ersten Blick auszusehen scheint. Um das zu verdeutlichen und den Einstieg in die Entwicklung von OpenRuhr:RIS zu erleichtern haben wir eine Virtuelle Maschine für VBox zusammengestellt, mit dem man leicht die ersten Schritte gehen kann.

Mit dieser virtuellen Maschine hat man eine fertige Installation von Scraper und Weboberfläche. Die Monate Januar bis März 2013 der Stadt Bochum sind dort bereits gescraped, d.h. man kann innerhalb von Minuten eine eigene OpenRuhr:RIS Instanz auf seinem lokalen Computer starten und das System Schritt für Schritt entdecken.

Um die virtuelle Maschine zu starten benötigt man die kostenlose Virtualisierungssoftware VirtualBox, welche für Windows, Linux, Mac OS-X und Solaris zur Verfügung steht. Außerdem benötigt man den gut 4 GB großen Download der virtuellen Maschine mit OpenRuhr:RIS. Um die virtuelle Maschine nutzen zu können sollte man einen Rechner mit 4 GB RAM oder mehr haben sowie 40 GB Festplattenspeicher übrig haben.

Zur Vorbereitung müssen wir VirtualBox installieren und die heruntergeladene virtuelle Maschine entpacken (z.B. mit 7Zip). Doppelklickt man nun auf RIS.vbox, wird die virtuelle Maschine zu VirtualBox hinzugefügt. Nun sollte man noch das Netzwerk konfigurieren (Ändern -> Netzwerk), dort wäre Netzwerkbrücke (alternativ: NAT) empfehlenswert, um eine Internetverbindung zu bekommen und ggf. Zeroconf nutzen zu können.

Nun können wir die virtuelle Maschine starten und uns in die Ubuntu 12.04 Server-Installation einloggen (Nutzer: ris, Passwort: ris). Mit sudo -i (Passwort: ris) erhalten wir dann eine Root-Shell.

Die Weboberfläche

Schauen wir uns als erstes die fertige Installation der Weboberfläche mit den bereits bestehenden Daten an. Dazu wechseln wir mit sudo -i -u ris-web in den Nutzer ris-web und wechseln dann mit cd /opt/ris-web/ in das Arbeitsverzeichnis der Weboberfläche. Dort angekommen aktivieren wir mit source ris-web/bin/activate das virtuelle Python-Enviroment für die Weboberfläche.

In der aktuellen Version der Weboberfläche müssen wir nun noch den Hostname anpassen. Dieser sollte unserer IP-Adresse mit Port 5000 gleichen. Mit ifconfig eth0 kriegen wir unsere aktuelle IP der virtuellen Maschine heraus. Diese tragen wir mit vim city/bochum.py bei dem Wert BASE_URL ein (also z.B. http://192.168.0.100:5000/ ).

Nun ist die OpenRuhr:RIS Weboberfläche startbereit: mit python runserver.py starten wir die Oberfläche. Nun können wir unter der IP-Adresse mit Port 5000 (also wie in BASE_URL, z.B. http://192.168.0.100:5000/ )in einem Browser die Oberfläche anschauen, Suchen, Details betrachten, … etc. Voilà!

Der Scraper

Auch der Scraper ist in der virtuellen Maschine startbereit. Dafür beenden wir die Session vom Nutzer ris-web und starten mit sudo -i -u ris-scraper eine Session für den Nutzer des Scrapers. Mit cd /opt/ris-scraper wechseln wir in das Arbeitsverzeichnis des Scrapers, mit source ris-scraper/bin/activate aktivieren wir das virtuelle Python-Enviroment. Der Scraper ist nun einsatzbereit.

Um nun z.B. die Monate April bis Juni zu den bestehenden Daten hinzuzufügen starten wir den Scraper mit folgenden Parametern: python main.py -v -q –start 2013-04 –end 2013-036 . Achtung – das wird ein paar Stunden dauern, bis der Scraper fertig ist! Alle weiteren Möglichkeiten gibt es in der Dokumentation / Readme des Scrapers zu lesen.

Aktualisieren der OpenRuhr:RIS Software

Die Aktualisierung ist recht einfach, da OpenRuhr:RIS wie auch sein Vorbild offeneskoln.de in Github entwickelt werden. Gehen wir von einer Root-Konsole aus, wechseln wir mit sudo -i -u ris-web und cd /opt/ris-web in den richtigen Nutzer und das richtige Arbeitsverzeichnis. Nun können wir ganz einfach mit git pull die neusten Updates vom OpenRuhr Git Repository bekommen. Das Ganze funktioniert natürlich auch analog mit ris-scraper.

Nächste Schritte: Entdecken und selbst anpassen

Mit der OpenRuhr:RIS virtuellen Maschine habt ihr die Basis, mit der ihr selbst anfangen könnt, das System zu entdecken und anzupassen. Besonders interessant dürften Anpassungen an den Scraper sein, da man dadurch andere Städte mit einem offenen Ratsinformationssystem ausstatten kann.

Wenn jemand dabei einen funktionierenden Scraper für eine weitere Stadt im Ruhrgebiet entwickelt kann er sich gerne bei uns melden: wir kümmern uns dann um das Hosting. Die VM selbst ist nicht für die Bereitstellung im Netz gedacht, sie hat an vielen stellen eine sehr unsichere Konfiguration, die die Entwicklung sehr komfortabel macht, aber nicht für den Produktiveinsatz geeignet ist.

Für Fragen kommentiert gerne diesen Post oder meldet Euch auf der RIS-Entwicklungs-Mailingliste des OKFN.

Offenes Ratsinformationssystem für Duisburg veröffentlicht

Bei der Veröffentlichung des alternativen Ratsinformationssystems OpenRuhr:RIS vor einem Monat für Bochum und Moers war von Anfang an mehr geplant: die schrittweise Ausweitung das Thema OpenData in das ganze Ruhrgebiet. Den ersten Schritt dazu machen wir heute: das alternative Ratsinformationssystem OpenRuhr:RIS:Duisburg wird ab sofort unter http://duisburg.ris.openruhr.de/ abzurufen sein.

Außerdem haben wir ein neues Feedback-System für Anhänge freigeschaltet, um Probleme mit diesen direkt melden zu können. Ebenfalls sind nun Datenbank- und Anhang-Downloads ab sofort tagesaktuell. Viel Spaß bei der Nutzung des Systems!

Wenn Du OpenRuhr:RIS auch in Deiner Stadt haben möchtest und / oder Lust hast, an dem Projekt mitzuwirken melde Dich bei uns! Von Python- und JavaScript-Programmierern über OpenData-Bloggern bis hin zu politisch Aktiven mit direktem Draht in die Städte können wir in allen Bereichen Unterstützung brauchen – wir freuen uns auf Deine Mitwirkung.

Anbei noch die Pressemitteilung, die an Pressevertreter aus Duisburg und dem Ruhrgebiet verschickt wird:

Duisburg, 01.08.2013: Alternative Ratssysteme sorgen für mehr Transparenz der Stadt, macht Politik sichtbarer, Mitbestimmung leichter und zeigt zivilgesellschaftliches Engagement. Ein solches System wurde heute für Duisburg veröffentlicht ( http://duisburg.ris.openruhr.de/ ) . Die Plattform ist eine Weiterentwicklung der zuvor von OpenRuhr veröffentlichten alternativen Ratsinformationssystemen Bochum und Moers sowie des viel beachteten Projektes offeneskoeln.de. Mehr Infos auf dem OpenRuhr Blog: https://openruhr.de/

Mehr politische Sichtbarkeit, mehr Transparenz, mehr Informationen für Beteiligung: das soll die zentrale Kommunikationsplattform des Rates, das Ratsinformationssystem, leisten. Doch die Nutzung ist für Bürgerinnen und Bürger oft schwierig, da die Systeme für die täglich damit arbeitenden Rats- und Verwaltungsmitglieder optimiert sind. Doch die Informationsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger kommen häufig zu kurz. Daten, welche als Offene Daten unter freien Lizenzen angeboten werden, schaffen einen guten Nährboden für mehr Demokratie und Mitbestimmung, aber auch für innovative Wirtschaft.

Ein Fokus auf die Bürgerinnen und Bürger: das haben wir nach Bochum und Moers[1] nun für Duisburg realisiert – basierend auf den Daten der Orginal-Ratsinformationssysteme[2]. Wir, das ist OpenRuhr, eine im März 2013 gegründete Initiative von OpenData-Enthusiasten, die in ihrer Freizeit mehr Demokratie möglich machen wollen. Und wir möchten Sie einladen, sich unser neues Ratsinformationssystem OpenRuhr:RIS:Duisburg einmal anzuschauen und gerne damit im Alltag zu arbeiten sowie Rückmeldungen zu geben: http://duisburg.ris.openruhr.de/.

„Damit das Ruhrgebiet hier eine Vorreiterrolle einnehmen kann, werden wir in Folge diesen Service auf weitere Ruhrgebietsstädte ausweiten und weitere Gespräche zu mehr OpenData im Ruhrgebiet führen. Duisburg ist hier der erste Schritt der versprochenen Ausweitung, es werden noch viele weitere folgen.“, so Ernesto Ruge, Initiator der Initiative OpenRuhr.

OpenRuhr:RIS ist ein Projekt des Open Knowledge Foundation Deutschland e.V.[3], welcher sich bundesweit für die Öffnung von Wissen, Open Data und Open Goverment engagiert. Vorbild für OpenRuhr ist Marian Steinbachs offeneskoeln.de[4]. Unser Angebot ist dank der Unterstützung des Linuxhotels [5] kostenlos und werbefrei. Inzwischen hat die Stadt Moers über OpenRuhr:RIS hinaus als eine der ersten Städte in NRW ein OpenData Portal lanciert und steht damit im Zentrum des Interesses zahlreicher Organisationen. Parallel dazu bereitet das Land NRW zur Zeit mit OpenNRW [6] ein großes OpenData Portal über alle Ministerien hinweg geplant.

Initiative OpenRuhr

(Presse-)Kontakt: Ernesto Ruge, info@openruhr.de, 0173 166 21 74, https://openruhr.de/

[1] https://openruhr.de/2013/06/20/openruhrris-wurde-veroeffentlicht/
[2] Bürgerinformationssystem der Stadt Duisburg: https://www.duisburg.de/ratsinformationssystem/bi/
[3]  Der Open Knowledge Foundation Deutschland e.V. ist ein gemeinnütziger  Verein in Berlin, der sich für die Verbreitung von freiem und offen  zugänglichem Wissen in der Gesellschaft einsetzt: http://okfn.de/about/
[4]  offeneskoeln.de sammelt und bereitet Dokumente und Daten auf, die im Ratsinformationssystem (RIS) der Stadt Köln veröffentlicht werden, und stellt sie in einer nutzerfreundlichen Art und Weise dar: http://offeneskoeln.de/ueber/
[5] Das Linuxhotel in Essen ist ein auf Open-Source Software spezialisiertes Schulungsunternehmen: http://www.linuxhotel.de
[6]  Open.NRW: das Landeskabinett hat die ressortübergreifende Projektgruppe  „Open.NRW“ mit der Erarbeitung einer Open-Data Strategie für das Land  NRW beauftragt.